Übergang Kindergarten – Grundschule

Seit dem Jahr 2010 gibt es das von der Stadt Paderborn unterstützte Projekt „Bildungshauspartner“. Der Grundschulverbund Riemeke-Theodor gehört zu den Pilotschulen und wurde dafür am 24.10.2014 in einer Feierstunde im Rathaus zu Paderborn ausgezeichnet. Dieses Projekt wird begleitet von dem Bildungsbüro der Stadt Paderborn und der Universität Paderborn. Ziel ist es, den Übergang von der Kita zur Grundschule bestmöglich für die Kinder zu gestalten. Aus diesem Grund haben wir uns mit den Kindertagestätten zusammengefunden, die in der Nachbarschaft der Schule sind. Da wir zum Start noch kein Verbund waren, bezieht sich die verstärkte Zusammenarbeit auf die Kindertagesstätten des Hauptstandortes.

Konzeption der Zusammenarbeit der Bildungshaus-Partner

Im Projekt der Bildungshaus-Partner kooperieren folgende Einrichtungen miteinander:
Grundschulverbund Riemeke-Theodor
Kindertagesstätte Wilhelmshöhe
Kindergarten St. Laurentius
Evangelisches Familienzentrum Johannes

Grundsätze unserer Zusammenarbeit

Etablierte Formen unserer Zusammenarbeit
→ regelmäßiger Austausch in der Regionalkonferenz und Teamsitzung der Bildungshaus-Partner auf Leitungsebene
→ feste Ansprechpartner in den Einrichtungen
→ gemeinsame Info- Veranstaltungen für die Vier – und Sechsjährigen
→ gegenseitige Besuche in den Einrichtungen
→ Teilnahme der Kitakinder an den Projekttagen unserer Schule
→ gegenseitige Besuche im Alltagsgeschehen
→ Austausch nach der Schulanmeldung über die zukünftigen Schulanfänge zwischen Schule und Kita
→ „Buchstabenstunde“ für unsere Schulanfänger
→ Einschulungskonferenz / Austausch der Erzieherinnen und Lehrerinnen nach der Einschulung
→ Teilnahme der Erzieherinnen an Informationsveranstaltungen für Eltern der Schulanfänger in unserer Grundschule sowie an weiteren, themenrelevanten Informationsveranstaltungen

Pädagogische Schwerpunkte in unseren Einrichtungen
→ Fordern und Fördern
→ ganzheitliche Erziehung und Bildung
→ interkulturelle Erziehung
→ Sprachförderung
→ Bewegung und Gesundheitserziehung
→ Leseförderung

Pädagogische Notwendigkeit der Schwerpunkte
→ hoher Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund
→ hoher Anteil von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern
→ Fördern und Fordern, um den leistungsstarken Kindern gerecht werden zu können
→ Bildungsvereinbarungen und Vorgaben durch Kibiz/Schulgesetz/Richtlinien

Verankerung der pädagogischen Schwerpunkte
→ Konzepte der einzelnen Einrichtungen
→ Protokolle der Lehrerkonferenz
→ Protokolle der Dienstbesprechungen des Teams der SEP (Schuleingangsstufe)
→ Protokolle der Team-bzw. Dienstbesprechungen der Kita

Gestaltung der Zusammenarbeit mit den Eltern vierjähriger Kinder

Informationsveranstaltung für die Eltern der Vierjährigen

→ Die Kitas verteilen die Einladungen zur INFO –Veranstaltung, um die Eltern unserer Region zu erreichen.
→ Ablauf : Die Veranstaltung findet jedes Jahr im Johanneszentrum als zentralen und neutralen Ort im Mittelpunkt unserer Region statt. Am selben Ort findet dann zwei Jahre später auch die Veranstaltung für die Schulanfänger statt
→ Alle Leitungen oder Stellvertreter der einzelnen Einrichtungen sind anwesend
→ Tagesordnung :

  • Darstellung der Basiskompetenzen als wesentliche Voraussetzung für die Schule an Praxisbeispielen durch die Regionalsprecherin der GS
  • Darstellung zur Förderung von Basiskompetenzen in der Kita und im Elternhaus an Praxisbeispielen durch die Regionalsprecherin der Kita
  • Darstellung und Erläuterung von Delfin 4 durch die Sprecherin der GS
  • Fragen der Eltern – Sprecherinnen sowie alle Vertreter von GS und Kita

Sprachstandsfeststellung

→ Die Verteilung der Kitas und GS erfolgt in der Regionalgruppe
→ Die Bildungshauspartner bilden hier eine Einheit bei der Testung. Aufgrund konfessioneller Abhängigkeiten wird der ev. Johanneskindergarten weiterhin von der ev. Grundschule Luther betreut
→ Seit Beginn der Sprachstandsfeststellung erfolgt eine kontinuierliche Zusammenarbeit, die sich förderlich auf die Kinder auswirkt
→ Terminkoordination und Teilung der Aufgaben
→ Einsatz von vertrauten Lehrkräften und Sozialpädagoginnen
→ Gruppeneinteilung durch die Kita bei Stufe 1
→ Durchführung von Stufe 2 in der Kita zur Schaffung eines vertrauten Umfeldes

Gestaltung der Zusammenarbeit im Jahr vor der Einschulung

Zusammenarbeit der Einrichtungen

→ Für alle Eltern der Schulanfänger der Region findet ein Info-Abend statt:
Tagesordnung:

  • Fragen rund um die Schulanmeldung
  • Übersicht über Schulen und Betreuungssysteme der Regionalgruppe
  • So kann ich mein Kind auf die Schule vorbereiten und unterstützen
  • Vorstellen aller Schulen der Regionalgruppe

→ Nach der Anmeldung nimmt die Kita oder unsere Schule bei Kindern mit Besonderheiten Kontakt auf. Gemeinsam beraten Eltern, Kita und Schule über mögliche Fördermaßnahmen.

Zusammenarbeit von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften

→ In besonderen Fällen besucht eine Lehrkraft das Kind in der Kita und tauscht sich mit den Erzieherinnen aus
→ Hospitationen von Lehrkräften an speziellen Angeboten der Kita, z.B. Gedächtnistraining, Sprachförderung
→ Erzieherinnen können sich jederzeit zur Hospitation in der GS anmelden
→ Abstimmung der Förderungsschwerpunkte, insbesondere das notwendige hohe Maß an Schulung von Methodenkompetenz und Selbstorganisation als Grundlage
für einen individualisierten Unterricht durch Austauschgespräche u.a.
→ Aufnahme und Aufbau von Lautierübungen zur Buchstabenerfassung in der Kita
→ Planung von einem gemeinsamen Themenbereich jeweils im Herbst
→ Beratungsgespräche zwecks Zusammenstellung der Klassen, um eine sich tragende Heterogenität zu schaffen

Grundsätze der Zusammenarbeit

→ Gegenseitige Wertschätzung
→ Arbeit auf Augenhöhe
→ Die Lehrkräfte der SEP suchen direkten Kontakt zu den Erzieherinnen und umgekehrt
→ Durch die Zusammenarbeit entwickelt sich ein gemeinsames Verständnis für die Förderschwerpunkte
→ Der gegenseitige Alltag wird durch gemeinsame Aktionen mit den Kindern in den Einrichtungen bekannter

Gemeinsame Zusammenarbeit mit den Eltern

→ An den Infoabenden in unserer Schule sowie der Regionalgruppe werden die Eckpunkte der Zusammenarbeit von GS und Kita transparent gemacht
→ Individuelle Gespräche mit Eltern werden gemeinsam geführt oder in Abstimmung miteinander
→ Die notwendige Förderung einzelner Kinder wird als Kooperation von Kita und GS vermittelt
→ Das Erziehungsverständnis von Kita und GS zum Elternhaus wird Eltern als Einheit präsentiert
→ gemeinsame Info Veranstaltungen zur Konzeptvorstellung der SEP
→ Vermittlung an die Eltern, dass die Schulanfänger keine Lernanfänger sind

Aktivitäten zur optimalen Unterstützung der Kinder beim Übergang

→ Besuche der Kinder in der Schule/ Besuche von Schulkindern im Kindergarten
→ „Buchstabenstunde “ durch eine Lehrerin in der Kita, zum Abbau von Berührungsängsten und Motivation zum Lesen lernen
→ Mitarbeit der Kitakinder im Unterricht oder während der jährlichen Projekttage, zum Kennenlernen und Einfinden ins Schulleben
→ Vorlesen in der Kita durch Schulkinder, Kennenlernen von Kindern der Schule und Motivationsaufbau
→ Unterrichtsstunde mit der Lehrerin und in der Lerngruppe, bevor die Kinder aus der Kita entlassen werden, Aufbau von Vertrauen in den neuen Lebensabschnitt und Reflexionsmöglichkeit im Kindergarten. (s. auch unter „Diagnostik“ Einschulungsverfahren)

Gestaltung der Zusammenarbeit im Jahr nach der Einschulung

→ Einschulungsgespräche zwischen Lehrkraft und Erzieherin zu allen Kindern nach den Herbstferien sowie individuell vorgezogene Gespräche über Kinder mit besonderem Förderbedarf oder Eingewöhnungsschwierigkeiten
→ Einbindung der Informationen durch die Erzieherinnen in die Elternsprechtagsgespräche
→ Nach ihrem ersten Schulbesuchsjahr: Besuch der Schulkinder in der Kita zur Beantwortung von Fragen durch die „Neuen“, Persönlichkeitsstärkung der „alten“ und „neuen“ Kinder